Veröffentlicht am 24. Jänner 2026 · Patrick Roith
Conversion Rate durch UX steigern: Die wichtigsten Hebel
Mehr Traffic auf die Website zu bringen, ist meist die teurere Lösung. Oft liegt das größere Potenzial näher: Die Besucher:innen sind bereits da, aber die Website macht es ihnen unnötig schwer, tatsächlich eine Anfrage zu stellen oder zu bestellen. Wer die Conversion Rate durch UX steigern will, muss also nicht zwingend mehr Menschen erreichen, sondern denen, die schon da sind, den Weg zum Abschluss erleichtern.
Warum UX direkt auf die Conversion Rate wirkt
Jeder zusätzliche Klick, jedes unklare Formularfeld und jeder Moment des Zögerns ist eine Gelegenheit, die Website wieder zu verlassen. Besucher:innen entscheiden in Sekunden, ob sie einer Seite vertrauen und ob sich der nächste Schritt lohnt. Diese Entscheidung fällt nicht bewusst, sondern über das Gesamtbild: Wirkt die Seite aufgeräumt und verständlich, oder wirkt sie unübersichtlich und irgendwie mühsam.
Genau deshalb wirkt sich UX unmittelbar auf die Conversion Rate aus, oft stärker als zusätzliches Marketing-Budget. Eine Anzeige kann noch so gut performen und Besucher:innen auf die Seite bringen. Wenn diese dort nicht zum Ziel finden, war der Klick vergebens, und das eingesetzte Budget hat sich nicht ausgezahlt.
Der Vorteil an diesem Hebel: Anders als bei der Reichweite lässt sich UX gezielt an einzelnen Stellen verbessern, ohne dass gleich das gesamte Marketing-Budget oder die komplette Website betroffen ist. Drei Bereiche wirken sich dabei erfahrungsgemäß am stärksten aus: Formulare, Anfrageprozesse und Call-to-Actions.
Formulare: der meistunterschätzte Hebel
Formulare sind der Punkt, an dem aus Interesse eine Anfrage wird, und gleichzeitig der Punkt, an dem die meisten Websites unnötig Hürden aufbauen.
- Weniger Felder abfragen. Jedes zusätzliche Pflichtfeld ist ein weiterer Grund, doch noch abzubrechen. Fragen Sie nur, was für den ersten Kontakt tatsächlich nötig ist, und holen Sie Details später im persönlichen Gespräch nach.
- Fehler klar und sofort anzeigen. Wenn eine Eingabe ungültig ist, sagen Sie genau, was zu tun ist, direkt neben dem betroffenen Feld, statt einer allgemeinen Fehlermeldung am oberen Seitenrand.
- Für das Handy optimieren. Ein Formular, das am Desktop gut aussieht, aber auf dem Smartphone winzige Eingabefelder hat, verliert dort einen erheblichen Teil der Interessent:innen, ohne dass das an einer einzelnen Stelle sichtbar wird.
- Absenden bestätigen. Nach dem Klick auf Senden sollte sofort klar sein, dass die Anfrage angekommen ist, etwa durch eine eigene Bestätigungsseite oder zumindest eine deutliche Meldung. Ohne Bestätigung senden manche Besucher:innen das Formular sicherheitshalber ein zweites Mal ab, andere brechen verunsichert ab.
Checkout- und Anfrageprozesse ohne Reibung
Nicht jedes Unternehmen verkauft direkt online, aber jeder Anfrage- oder Bestellprozess folgt demselben Prinzip: Je mehr Schritte, desto mehr Gelegenheiten zum Abbruch.
Ein Prozess mit vier oder fünf Etappen, bei dem erst am Ende klar wird, was insgesamt gebraucht wird, wirkt aufwendiger, als er sein müsste. Zeigen Sie stattdessen früh, wie viele Schritte noch folgen, und vermeiden Sie es, Informationen abzufragen, die für den aktuellen Schritt gar nicht relevant sind. Auch eine verpflichtende Kontoerstellung, bevor überhaupt eine Anfrage abgeschickt werden kann, kostet in der Praxis mehr Interessent:innen, als sie an Datenqualität einbringt.
Vertrauenssignale gehören ebenfalls an diese Stelle im Prozess, nicht irgendwo auf einer separaten Unterseite. Eine kurze Erwähnung, wie eine Anfrage weiterverarbeitet wird oder wann mit einer Rückmeldung zu rechnen ist, nimmt genau in dem Moment Unsicherheit, in dem sie entsteht.
Ein zweiter, oft übersehener Punkt ist der Rücksprung. Klickt sich jemand versehentlich im Browser zurück oder aktualisiert die Seite, sollte die Eingabe nicht komplett verloren gehen. Wer eine bereits halb ausgefüllte Anfrage erneut von vorn beginnen muss, bricht in vielen Fällen endgültig ab, statt es ein zweites Mal zu versuchen.
Call-to-Actions, die tatsächlich geklickt werden
Ein Call-to-Action sollte genau eine Sache verständlich machen: was als Nächstes passiert, wenn man klickt.
- Ein Ziel pro Seite. Wenn eine Seite gleichzeitig zum Anrufen, zum Ausfüllen eines Formulars und zum Download einer Broschüre auffordert, verwässert sich die Aufmerksamkeit, und am Ende passiert oft gar nichts.
- Konkrete Verben statt vager Aufforderungen. "Projekt anfragen" oder "Termin vereinbaren" sagt klar, was passiert. "Mehr erfahren" oder "Weiter" lässt offen, wohin der Klick eigentlich führt.
- Sichtbare Platzierung, ohne aufdringlich zu wirken. Ein Call-to-Action sollte auffindbar sein, ohne dass Besucher:innen danach suchen müssen, aber auch ohne die Seite mit Buttons zu überladen, die dieselbe Aktion mehrfach wiederholen.
- Konsistente Bezeichnung durchhalten. Wenn ein Button "Projekt anfragen" heißt, sollte auch die folgende Seite und die Bestätigungsnachricht diese Formulierung aufgreifen, statt plötzlich von "Kontaktaufnahme" zu sprechen. Wechselnde Begriffe lassen Besucher:innen kurz zweifeln, ob sie noch im richtigen Prozess sind.
Formulare, Anfrageprozesse und Call-to-Actions lassen sich oft gezielt verbessern, ohne die gesamte Website neu aufzubauen, und wirken sich trotzdem direkt auf die Zahl der tatsächlichen Anfragen aus.
Wir unterstützen Unternehmen dabei, diese Hebel zu identifizieren und konkret umzusetzen, meist mit überschaubarem Aufwand und messbarem Effekt.
Projekt anfragenEinen Überblick über unser Leistungsangebot finden Sie im Abschnitt Leistungen auf der Startseite. Passend dazu: UX-Probleme erkennen und Website veraltet: Was tun?.